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-Bahn Halle
S

Am 15.07.1964 wurde der Grundstein für das heutige Halle-Neustadt gelegt. Es sollte bis 1990 eine Stadt für 100.000 Menschen entstehen, in der die Chemiearbeiter aus den Buna- und den Leuna-Werken leben konnten. In den Sechzigern schien die Rohölversorgung durch die Sowjetunion für immer gesichert. So verzichtete man auf ein Tramnetz in Halle-Neustadt und setzte auf den Omnibus und die Eisenbahn. Die Eisenbahn sollte die Verbindung zu den Chemie-Werken und zum halleschen Hauptbahnhof herstellen. Zu dieser Zeit sollten in den Bezirksstädten der DDR Stadtschnellbahnen (S-Bahnen) unter bestmöglicher Ausnutzung der vorhandenen Gleise eingerichtet werden.

 Eine S-Bahn für Halle

An der Halle - Nordhausen - Kassler Strecke (Linie VII) wurde vor Angersdorf ein Abzweig nach Halle-Neustadt gebaut und der Haltepunkt Zscherbener Straße eingerichtet. Ab April 1967 fuhren Pendelzüge von der Zscherbener Straße ohne Zwischenstop zum Hauptbahnhof. Die S-Bahn in Halle war geboren. Mit der wachsenden Neustadt stieg auch die Zahl der Berufspendler. Man plante in zentraler Lage den Bahnhof Halle-Neustadt. Da er als Tunnelbahnhof gebaut werden sollte, beschloss man, die Strecke zu elektrifizieren, damit man saubere Elektrische statt abgasintensiver Diesellokomotiven einsetzen konnte. Die Strecke wurde nördlich des Tunnelbahnhofs bis nach Nietleben weitergebaut. Hier schloss man die neuen S-Bahngleise (schwarz-weiße Strichlinie) an die alte Strecke der Halle-Hettstedter-Eisenbahn an (Linie VIII).

 Auch in den Norden der Stadt

Vom Hauptbahnhof sollte die S-Bahn nach Trotha weiter fahren. Deshalb wurden an der alten Strecke Halle - Halberstadt (Linie I) zahlreiche Ausbauarbeiten durchgeführt. Die Haltepunkte Wohnstadt Nord, Zoo und Dessauer Brücke wurden angelegt. Auch der Hauptbahnhof war vom Ausbau betroffen. An einem Rangiergleis westlich des Bahnsteigs 1 entstand ein eigener Bahnsteig für die S-Bahn. Der Bau sollte sehr rasch ausgeführt werden. Deshalb wurde die Strecke vom Hauptbahnhof nach Trotha noch nicht elektrifiziert. Mit der Inbetriebnahme am 27.09.1969 existierten zwei Teilstrecken:

1. Von Nietleben über Halle-Neustadt und Zscherbener Straße zum Hauptbahnhof. Dieser 13,2 km lange Abschnitt wurde mit Elektroloks betrieben.
2. Von Trotha über Wohnstadt Nord, Zoo und Dessauer Brücke zum Hauptbahnhof. Die 6,2 km fuhr man mit Dieselloks.

Die alte Strecke der HHE von Nietleben nach Dölau (Linie VIII) wurde rekonstruiert und elektrifiziert. Bis 1970 entstanden die Stationen Dölau und Heidebahnhof neu. Im Süden der Stadt wurde der Haltepunkt Rosengarten eingerichtet.

 Gesamtstrecke aus einem Guss

Die Streckenlänge der S-Bahn Halle beträgt seitdem 22,8 km. Am 01. Oktober 1972 war der elektrische Ausbau bis Trotha abgeschlossen. Jetzt war auf der Gesamtstrecke ein durchgängiger S-Bahnbetrieb möglich. Zwischen Hauptbahnhof und Dessauer Brücke entstand der neue Haltepunkt Steintorbrücke. In den folgenden Jahren wurden im Süden von Halle die Neubaugebiete Südstadt und Silberhöhe gebaut. Sie erhielten 1976 bzw. 1979 eigene S-Bahn-Haltepunkte. Damit war die S-Bahn Halle in ihrer heute bekannten Form fertiggestellt.

S-BahnFür die 22,8 km von Dölau bis Trotha benötigte sie ca. 45 Minuten. Heute verkehrt die S-Bahn im 30-Minutentakt. Seit der Wende sind die Fahrgastzahlen stark zurückgegangen. Im Jahre 2002 wurde der Verkehr auf der Strecke zwischen Dölau und Nietleben eingestellt. Einen Aufschwung erlebt die S-Bahn in Halle vielleicht jetzt, da die Linie zwischen Halle und Leipzig fertiggestellt ist.

 

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